Steuerberaterin Sibille Decker

 

 

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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 26.02.2020

Abstandsflächen in Kleingartenanlage nicht eingehalten - Haftung im Brandfall

Der Pächter einer Parzelle in einer Kleingartenanlage, der dort einen Saunaofen betrieb, muss für einen Brand haften, der auch auf die Parzelle seines Nachbarn übergriff und dort Schäden verursachte. Entscheidend sei dabei nicht die Brandursache, sondern die unzulässige Nichteinhaltung von Abstandsflächen, sodass der Brand auf das Nachbargrundstück übergreifen konnte. So entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az. 8 O 231/17).

In einer Kleingartenanlage brannten zwei benachbarte Lauben ab. Der Beklagte war Pächter einer Parzelle, auf der sich eine der beiden Lauben befand. Er wurde von der klagenden Gebäude- und Hausratversicherung der Kleingartenanlage auf Schadensersatz von etwa 15.000 Euro wegen des Brandschadens auf der benachbarten Parzelle in Anspruch genommen.

Das Gericht gab der Versicherung Recht. Zwar schied nach der Beweisaufnahme der Saunaofen als Brandursache aus. Das Brandereignis sei jedoch auf der Parzelle des Beklagten entstanden und dieser habe seine Laube unzulässig mit Anbauten versehen, über die sich der Brand bis zur benachbarten und schließlich durch den Brand zerstörten Gartenlaube habe ausbreiten können. Daher sei es nicht entscheidend, welche konkrete Ursache für den Brand verantwortlich gewesen sei.

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